BETRIEBSTÄTTE EINES SLOWENISCHEN BAUUNTERNEHMENS IN DEUTSCHLAND

DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR EINE BETRIEBSTÄTTE IN DEUTSCHLAND

Ein slowenisches Bauunternehmen, das auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland baut, kann eine Betriebstätte begründen, wenn eine Baustelle mehr als zwölf Monate an einem Ort dauert.

Die Erfahrungen zeigen, dass die Baustellen normalerweise nur ein paar Monate dauern. Somit begründen die slowenischen Bauunternehmen in Deutschland normalerweise keine Betriebstätte und sind daher in Deutschland auch nicht körperschaftsteuerpflichtig.

LOHNSTEUER FÜR DIE MITARBEITER DER SLOWENISCHEN BAUUNTERNEHMEN IN DEUTSCHLAND

Das slowenische Bauunternehmen kann seine Pflichten aus dem Bauauftrag nur mit genügend Mitarbeitern erfüllen. Die Dienstnehmer des slowenischen Unternehmens, die auf der Baustelle in Deutschland tätig sind, können der Lohnsteuer in Deutschland unterliegen.

Ein Dienstnehmer, der vom slowenischen Dienstgeber auf eine Baustelle nach Deutschland entsandt wird und dort mehr als 183 Tage in zwölf Monaten in Deutschland anwesend ist, muss ab dem ersten Tag seiner Arbeit in Deutschland seine Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit beim deutschen Finanzamt anmelden.

Das deutsche Finanzamt bemisst die Lohnsteuer, die der Dienstnehmer in Deutschland quartalsweise zu zahlen hat. Bereits bezahlte Lohnsteuer in Deutschland kann in Slowenien als Abzugsposten bei der Berechnung des Lohnes in Anspruch genommen werden (akontacija dohodnine). Die Lohnsteuer in Slowenien vermindert sich um den Teil der bereits bezahlten Lohnsteuer in Deutschland.

Wenn es in Slowenien laufend nicht möglich ist, die in Deutschland bezahlte Lohnsteuer in Abzug zu bringen, dann muss die natürliche Person, die in Slowenien ihre Jahreseinkommensteuererklärung einreicht, die bezahlte Lohnsteuer in Deutschland mindestens einmal im Jahr geltend machen. Die slowenische Finanzverwaltung verlangt normalerweise Nachweise über die bezahlte Lohnsteuer in Deutschland.

 Beispiel:

Das Unternehmen Gradnje d. o. o. entsendet seine Mitarbeiter auf eine Baustelle nach Deutschland.
Der Mitarbeiter Franz ist von März 2014 bis November 2014 in Deutschland und übersteigt die 183-Tage-Regel der physischen Anwesenheit in Deutschland.

Franz muss in Deutschland eine Lohnsteuererklärung (Bruttogehalt, bezahlte Sozialversicherungsbeiträge in Slowenien) bei den deutschen Behörden abgeben.

Das deutsche Finanzamt stellt einen Bescheid über die zu zahlende Lohnsteuer für das ganze Kalenderjahr für Franz aus.

Die Lohnsteuer muss in 30 Tagen bezahlt werden.